Der Sportplatz

1967 überraschte Bürgermeister Johann Leo uns Funktionäre mit der Nachricht: “I bau an Sportplotz!”. Tatsächlich hatte er schon einen “günstigen” Caterpillar samt Fahrer aus Oberösterreich bestellt, der nun auf dem gemeindeeigenen Grund zu werken begann. Für dieses Gelände – ein alter, mit riesigen Steinen durchsetzter Schwemmkegel – war aber die günstige Raupe viel zu klein! So kratzte und “nagte” sie bis spät in den Herbst an einer Arbeit herum, die mit geeignetem Gerät nach ein paar Wochen erledigt gewesen wäre.

Nach Beendigung der Rohplanierung und dem Anführen von Humus, also kurz vor der Fertigstellung, begann es so heftig zu regnen, dass an eine Weiterarbeit in keiner Weise zu denken war – die Maschinen wären versunken! Dann kamen der Winter, das nächste Jahr, und keine Aktivitäten der Gemeinde mehr. Den Endausbau mit eigenen Mitteln zu finanzieren, hätte die Möglichkeiten des Vereins bei weitem überstiegen, daher blieb einige Jahre alles so, wie es war – ein nicht fertig gestellter Sportplatz mit Erdhaufen, auf denen Unkraut wuchs. Im Frühjahr 1972 zeigte Josl Bstieler Erbarmen mit uns, schickte eine seiner Raupen auf den Platz und ließ sie in wenigen Stunden die Haufen einebnen. Danach waren Muskelkraft, Zeitaufwand und Initiative gefragt, Eigenschaften, die nur eine Handvoll Leute zur Verfügung stellten: Steine klauben, Löcher graben für die Steher der Begrenzungsgitter und die Tore, einbetonieren, Pappeln setzen zur Abstützung der hohen Zäune. Das Gras hat uns der Obernolzer Martl gesät, den die Herausforderung einer möglichst gleichmäßigen Aussaat lockte. Bis das alles geschafft war, ist es 1973 geworden, dann begann der “Fußballbetrieb”. Offiziell eingeweiht wurde der Platz am 10. August 1975.

Was Bürgermeister Leo 1967 nicht wusste: “Sein” Sportplatz entsprach in keiner Weise den Regeln des Fußballs – er war zu kurz, zu schmal und außerdem ein wenig trapezförmig. Eckbälle konnten nur aus dem Stand geschossen werden, weil kein Platz zum Anlaufen da war. Die Anlage ist bei der ersten Kommissionierung auch durchgefallen, im Herbst 1974 mussten alle Spiele auswärts bestritten werden.

So ergab sich die Notwendigkeit, den Sportplatz ein wenig zu vergrößern. Viel war ja nicht zu machen: Östlich grenzte er an einen Weg und Privatgrund, südlich an das Schwimmbad und im Westen verhinderte der Bach eine Verlängerung. Blieb also nur, durch Abtragen und Neugestaltung der Böschung im Norden ein bisschen an Breite zu gewinnen. Damit erreichte der Platz das Minimalausmaß und wurde offiziell als “meisterschaftswürdig” erklärt.

Nach fast 30 Jahren war das Gebäude des Schwimmbades so “abgewohnt”, dass dringender Bedarf zur Sanierung bestand. Man entschloss sich zu einer umfassenden Lösung mit dem Abbruch des Kabinentrakts und der Errichtung eines neuen. Außerdem sah die Planung ein Sportzentrum vor, das diesen Namen wirklich verdient: Zwei Tennisplätze, ein Platz für Beach – Volleyball, die alte Tennisanlage wurde den Skateboardern und Inlineskatern zur Verfügung gestellt. Auch die Fußballer sollten im Zuge der Arbeiten (Baubeginn: Frühjahr 1998) bessere Bedingungen erhalten. Über die Einzelheiten bin ich nicht informiert, doch es gelang, einen Teil des im Osten gelegenen Grundes zu erwerben; so konnte der Fußballplatz endlich auf die korrekten Maße gebracht werden.

Um die Bewässerung zu vereinfachen, sind unter dem Spielfeld Rohre verlegt. Ein eigener, wenn auch nicht sehr großer Trainingsplatz und die leistungsstarke Flutlichtanlage lassen bei Spielern wie Funktionären jetzt keine Wünsche mehr offen. Probleme bereitet allerdings der Aufbau des Hauptplatzes – nach den Empfehlungen von selbst ernannten “Experten” wurde viel Rollierung aufgetragen, beim Humus aber gespart – die Schicht ist einfach zu dünn. Die Folgen: Das Gras kann nicht richtig anwachsen, das Wasser versickert viel zu schnell. Diese Fehlentscheidung verursacht jetzt eine zeitaufwändige Pflege und relativ hohe Sanierungskosten.

Zum Abschluss des Kapitels Fußball noch folgende nette Begebenheit:  Vor einem Meisterschaftsspiel der ersten Jahre ermahnte Trainer Hans Altstätter die Spieler eindringlich, sich ordentlich aufzuwärmen. Darauf der Kessler Anda, bekannt für seine trockenen Sprüche: ” I bin eh schun dahoame hintan Ofne geleign!”