Die “Alten Herren”

Ihnen ist zweifellos ein eigenes Kapitel zu widmen, nicht, weil ich selbst eine Zeit lang mitgespielt habe, sondern weil diese Truppe wirklich nette Aktivitäten gesetzt hat. Der Name ist ja irreführend: Bei der “Geburt” dieser Mannschaft war keines ihrer Mitglieder älter als Mitte 30 Jahre, ein paar hatten den 30-er noch gar nicht erreicht und spielten in der Meisterschaft mit! Die Grundidee: Wir wollten uns ein bisschen bewegen, trainieren (was aber nicht zur Perfektion ausarten durfte) und so manches “Juxmatch” bestreiten. Berichte über unser Tun gibt es kaum, es war ja nichts “Hochoffizielles”, gehörte eigentlich keiner Sektion an – also muss vor allem die Erinnerung herhalten. Das erste Spiel wird wohl jenes gegen die Junggesellen gewesen sein; 1976 nahmen wir auf Einladung vom “Peters Franz” zu Pfingsten an einem Turnier in Wattens teil, wurden 6. und waren stolz auf den “Fairnesspokal”. Im Jahr darauf ein ähnliches Bild – 4., und wieder der “Häfen” für jene Mannschaft, die am wenigsten ruppig gespielt hat.

Selbst wenn wir bei diesen zwei Turnieren den Platz nicht als Erste verließen, der “Sportball” am Abend sah uns immer als Sieger! Die Spieler der anderen Mannschaften hatten dem Virger Ausharrungsvermögen nichts entgegen zu setzen!

1977 und 1978 luden wir im Sommer die “alten” Männer von Wattens, dem SC Kitzbühel und die Union Matrei i.O. bzw. St.Veit/Def. zu eigenen Turnieren ein. Der Erfolg war wie gehabt: Nie letzte, am Abend mit Abstand Erste! Im Laufe der Zeit änderte sich die Zusammensetzung der Mannschaft, nicht jedoch ihre Einstellung – ein “lockerer” Spielbetrieb und gute Kameradschaft standen im Vordergrund. Es würde zu weit führen, hier nun alle Matches und Ergebnisse penibel aufzulisten, ein seltenes Resultat, wie es sonst vielleicht im Eishockey vorkommt, muss aber festgehalten werden: 1985 kam es zu dem Treffen Musikkapelle gegen Schützen, das die Musikanten mit 9:4 gewannen.

Das ist kein nettes, sondern eher ein tragisches “G’schichtl”: Einmal kam der Leit’nschneider Alfons mit funkelnagelneuen Fußballschuhen zum Training der “Alten Herren”. Als er sie angezogen hatte, rollte der Ball zufällig in seine Richtung. Der Alfons wollte ihn elegant zurückflanken, da machte es einen lauten “Knacks” – Schienbein gebrochen! Wahrscheinlich hat er, noch nicht aufgewärmt, mit den neuen, ungewohnten Schuhen ein wenig in den Rasen geschlagen, und schon war das Malheur passiert.

Im Mai 2002 flog eine Virger Truppe zu einem großen “Soccer” – Turnier nach Amerika (unser Fußball heißt dort so). 60 Teams nahmen da teil, auch etliche Damenmannschaften. Die Idee kam von Hermann Duregger, der auch ein paar Leihspieler organisierte, weil von den Unseren nur acht Mann die Reise mitmachen konnten. Gespielt wurde in der Eishalle von Lake Placid auf Kunstrasen. (Lake Placid war Austragungsort der Olymp. Winterspiele 1932 und 1980). Sportlich lief es nicht sehr gut, der zusammengewürfelte Haufen schoss in vier Spielen nur ein Tor und schied nach der Vorrunde aus. Als Trost stand zwei Tage “Sightseeing” in New York auf dem Programm.